Buchrezessionen III – Die letzte Plage (EndzeitRoman)

DIE LETZTE PLAGE: Endzeit-Roman [Kindle Ausgabe]

von F. Paul Wilson (Autor), Sarah Pinborough (Autor), Kalle Max Hofmann (Übersetzter)

Minimale Fakten:

Seitenzahl der Print-Ausgabe: ‎ 258 Seiten

Sprache: Deutsch

Veröffentlichung: 26. Mai 2021

Klappentext (von Amazon):

2. Platz Bram Stoker Award 2014!

Von New York Times Bestseller Autor F. Paul Wilson und British Fantasy Award Gewinnerin Sarah Pinborough.

Das Leben kam einst aus Afrika … doch jetzt ist es der Tod.

Es verbreitet sich wie eine Seuche, doch es ist keine Krankheit. Medizin und Forschung sind hilflos gegen die tödliche Reaktion unseres Immunsystems auf den Biss einer afrikanischen Fliegenart. Milliarden Menschen sind bereits tot, und noch viele mehr werden sterben. Weltweit stürzen Regierungen, die Zivilisation bröckelt, und die Überlebenden haben panische Angst vor dem Tod aus der Luft.

Manche halten die neue Insektenart für eine zufällige Mutation, andere sagen, sie sei von Menschenhand erschaffen worden. Doch als die Hoffnung schwindet, rechtzeitig ein Gegenmittel zu finden, glauben die Meisten nur noch an Gottes Rache. Einst sandte er die Sintflut als Strafe für die Menschheit, nun verdunkelt er den Himmel mit tödlichen Fliegen. Und vielleicht ist an dieser Theorie sogar etwas dran, denn viele der Opfer berichten in ihren letzten Atemzügen von einer Vision Gottes.

Aber nicht jeder muss sterben. Einige Menschen scheinen immun zu sein. Sie nennen sich selbst die Mungus und predigen, die Plage als gottgegeben hinzunehmen. Sie ermutigen die Menschen, sich von den „Fliegen des Herrn“ beißen zu lassen, um mit IHM im Jenseits vereint zu sein.

Nigel, ein Enthüllungsjournalist, sucht derweil im apokalyptischen Chaos des seuchenzerfressenen England nach Bandora, einem entführten afrikanischen Jungen. Die Suche nach der Wahrheit und seiner eigenen Erlösung treibt ihn fort von den unerträglichen Zuständen seines Privatlebens, direkt in die Arme des Hohepriesters der Mungu, eines Mannes, der seine Prophezeiungen in Rätsel verpackt und keinerlei Angst vor den tödlichen Fliegen hat.

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„Spannender, berührender und kluger Endzeit-Roman“ [Lesermeinung]

„Nicht nur einfach ein Endzeit Roman.. es ist mehr. Viel mehr. Wirklich gut.“ [Lesermeinung]

Zusammenfassung / Meinung (mit Spoilern – wie immer):

Nachdem ich mein vorheriges Buch beendet hatte, brauchte ich ein neues. Mir sprang das Cover von „die letzte Plage“ ins Auge. Ich fing an zu lesen und ich habe es glaub ich ein paar Mal öfters weggelegt. Es war SO langweilig und langatmig!

Bis die Geschichte an Fahrt aufgenommen hatte, war ich bei der Hälfte der Geschichte.  Die Story an sich fand ich nicht mal als schlecht, das liegt am Genre nehme ich an. Aber Fliegen die dich Stechen und quasi die Weltherrschaft an sich reißen? Das wird auf die Bibel zurückzuführen sein, denn natürlich ist da von den „Stechfliegen“ die Rede. Es ist die vierte Plage – Wikipedia hilft da:

  • Stechfliegen (עָרֹב ʕārov „Geschmeiss“, „Ungeziefer“, wahrscheinlich Hundsfliege) füllen alle Häuser: „Und der Herr sprach zu Mose: Mach dich morgen früh auf und tritt vor den Pharao, wenn er hinaus ans Wasser geht, und sage zu ihm: So spricht der Herr: Lass mein Volk ziehen, dass es mir diene; wenn nicht, siehe, so will ich Stechfliegen kommen lassen über dich, deine Großen, dein Volk und dein Haus, dass die Häuser der Ägypter und das Land, auf dem sie wohnen, voller Stechfliegen werden sollen.“ (2 Mos 8,16 LUT)

Sei es drum – ob es Stechfliegen, Mücken, Fliegen oder anderes wäre.

Ich denke gerade, wo ich jetzt hier bei bin das zu schreiben, irgendwie hat die ganze Zeit dieser Bibelverse gefehlt.

Der Hauptprotagonist, Nigel ist Journalist und gerade aus Afrika gekommen. Dort hat er an einer Story gearbeitet, wer an der Plage letztlich Schuld trägt. Anstatt zu seiner Frau nach Hause zu fahren, fährt er erst einmal in den Verlag, um seinen Bossen (der Chef des Verlags und seinen direkten Vorgesetzten Mal) davon zu erzählen. Er hütet dabei seinen Speicherstick ganz besonders, bis Mal ihn in eine Bar einlädt.

Dort hat er wohl vergessen auf den Stick zu achten, denn er wird gestohlen (von wem wird übrigens nie aufgeklärt). Die wichtigen Daten auf dem Stick beziehen sich auf die Plage und dass ein Doktor Singh für alles verantwortlich ist. Nigel, ein eigentlich recht schlauer Mensch, möchte die Geschichte erst dann veröffentlichen, wenn er alle nötigen Daten zusammengetragen hat. Ja, ich bin da auf seiner Seite: Also warum zum Geier lässt er diesen Stick – der in die Hosentasche passt, nicht genau dort. Denn aufgrund seiner Unachtsamkeit gibt einen Bericht über den Doktor – die Folge ist: Es gibt einen Mob von hasserfüllten Menschen, die Dr. Singh die Schuld geben das es die Plage gibt. Sie kommen zu seinem Haus und die Polizei – die eben auch nicht mehr so viel Macht hat – es ist ja keiner mehr übrig, es reicht eben ein Stich – ist absolut überfordert.

Auch Nigel kommt zu dem Mob – ist später bei den Journalisten-Van und wartet. Der Mob wirft Molotow aufs Haus – er fängt an zu brennen.

Das Kind der Familie wird von den Eltern raus gehoben, damit es gerettet wird und fliehen kann.

Der Hass des Mobs ist so groß, das Kind wird zurück in die Flammen geworfen. Hass ist eine mächtige Waffe, ist sie stärker als die Liebe? In dem Fall bin ich mir nicht so sicher. Derjenige, der sie zurückwirft, ist ein Vater, der seine Frau und Tochter an die Plage verloren hatte.

Die Plage, die durch den Bericht von Dr. Singh kommt. Ist es also Liebe, die den Hass besiegt, oder Hass die die Liebe besiegt? Denn beide lieben ihre Kinder.

Durch den Brand und das zurückwerfen stirbt die ganze Familie in den Flammen.

Nigel gibt sich die ganze Zeit die Schuld.

Um diesen Verlust aufzuwiegeln, sucht er einen Jungen, von seinem Boss Mal – der aber nicht sein Junge ist, sondern nur von einem befreundeten Ehepaar, der scheinbar verschwunden ist.

Er kommt zu einer Sekte, diese sagt der Junge ist besonders und hat den Schlüssel für das Heilmittel der Seuche. Ich hätte es gefeiert, wenn es so gewesen wäre. Es war nicht so. Sie haben den Jungen getötet und seine Knochen zu Pulver verarbeitet. Ja gut.

Nigel und Abby sind verheiratet – aber die ganze Geschichte ist Nigel fast nie zu Hause. Er kommt nicht mit der Krankheit seiner Frau klar, die er eigentlich über alles liebt. Abby, seine Frau, hat Lupus und muss sich immer eine Dialyse unterziehen. Diese Maschine steht im ehemaligen Kinderzimmer und Nigel kann sie nicht ansehen.

Abby war als Jugendliche gläubig, ging in die Kirche und irgendwann traf sie Nigel. Beide verlobten sich und heiraten – sie leben zusammen, denken über Kinder nach und dann kommt die Krankheit. Später mit der Krankheit findet Abby wieder zu Gott. Ich frage mich, ob er mit der Krankheit nicht klarkommt, oder mit der Gläubigkeit. Denn Abby schiebt die Plage auf Gott, eigentlich schiebt sie alles auf Gott. Die Plage, die Krankheit, keine Kinder zu haben. Alles, was passiert ist Gotteswerk, von Gott gegeben und von Gott genommen.

Sie lässt sich sogar absichtlich stechen, damit sie zu Gott kommt. Ich weiß, gerade in Katastrophen finden die Menschen zu ihrem Glauben, stets auch zur Hoffnung. Abby aber ist nahezu besessen von Gott und der Tatsache das er seine Finger im Spiel hat. Es ist schon leicht nervig, wie sie immer und immer wieder von Gott und Religion anfängt. Wie das immer der Hauptstreitpunkt ist.

Nigel ist nicht gläubig und er meint auch, dass Abby übertreibt. Obwohl sie sich so lieben steht der Glaube immer im weg. Sie kommen zusammen, um zu streiten. Sie kommen besser miteinander klar, wenn sie sich nicht sehen, sondern nur telefonieren. Das ist sogar etwas, was ich verstehe! Mit manchen Leuten kann man schreiben, aber nicht sprechen. Nun – aufgrund des schlechten Gewissens und dem Auftrag von Mal (der Boss), sind sie wieder getrennt.

Nigel wurde auf die Nase gestochen – von den Fliegen. Von einer einzelnen.

Keiner der beiden sagt den anderen das er gebissen wurde.

Abby fährt zu Nigel und sie fahren, als letzten Wunsch von ihm, zum Strand. Da keine Leute mehr existieren, nimmt sie sich einfach ein Haus, dass sie immer wieder zum Strand und damit zu Nigels Grab sehen kann.

Romantisch.

Fazit:

Ich vergebe 2,5 / 5 Sternen

Zwar mag ich die Idee der Fliegen (Mücken), doch sollte Nigel nicht bei seiner Frau bleiben? Er ist so ein Spürhund, aber bei ihr bekommt er nichts mehr mit. Er will einfach immer nur Streit mit ihr, wenn sie zusammen sind. Das ist eine sehr traurige Beziehung.

Die Mitte des Buches fand ich sogar echt gut … der Anfang und Ende – den nicht.

Ich bin auch kein guter Schreiber und muss noch viel üben, aber irgendwie hatte diese Story auch kein Flow. Ich weiß nicht, warum ich gerade solche Bücher raussuche. Aber wie in den Filmen, Büchern und Serien: Gute Geschichten sind schwer zu finden und momentan lese ich leider zu gerne Apokalypsen Geschichten.

Sollte man es lesen? Man sollte alles lesen, was man will 😉

Bis dahin:
Elly

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